POETISCHE LANDSCHAFT
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DIE POETISCHE LANDSCHAFT

Die Poetische Landschaft ist eine neue Art der Landschaftsgestaltung und Landschaftsentwicklung. Sie bringt zwei Künste - Literatur und Architektur - zusammen, die bislang getrennt auf Landschaft und Orte reagiert und eingewirkt haben. Gedichte, Kunst, haben unsere Anschauung von Landschaften geprägt, was wir als schön, gewöhnlich, spektakulär empfinden. Sicherlich gibt es keinen zweiten Ort, an dem mit Gedichten über die Wahrnehmung der Landschaft hinaus, diese tatsächlich gestaltet wird. Der Architekt Peter Zumthor baut in der Landschaft für jedes Gedicht ein Haus. Außerdem eine Bibliothek der Landschaft und das Auditorium "Haus der Gedichte".

Was ist die Idee der Poetischen Landschaft?

In kürzester Form könnte man sagen:
die Landschaft - ein Buch
das Gedicht - ein Ort
die Häuser: - eine Textlandschaft

Wenn ich sage: Die Landschaft ist ein Buch - dann ist sie es durch die Spuren, die Geschichte, menschliche Arbeit, Agrarwirtschaft, Industrie und Infrastruktur sichtbar in einer Landschaft hinterlassen, sie um- und umgewälzt haben. Dann meine ich auch Dialekte und alte Sprachschichten, die sich noch in Namen finden. Landschaft wird zu einem Buch für den, der sie offenen Auges und wachen Sinnes betrachtet, er findet Qualitäten des Individuellen und Authentischen. Durch unsere Phantasie und unsere Sprache haben wir die Fähigkeit, die Dinge und Naturphänomene zu deuten, wahrzunehmen, sie lesbar zu machen oder ganz einfach zu benennen.. Mit der Landschaft kam die Dichtung zu Bildern, mit der Dichtung die Landschaft zu Worten. ‹Vielleicht sagt ein poetischer Satz, das, was ich nicht weiß›, so Peter Waterhouse, ‹und vielleicht macht er aus mir einen Menschen, den ich nicht kenne. Und findet Dinge, die ich nicht kenne; nennt den Stein, nennt die Straße, nennt Bäume, Regen, Wälder, Hühner, Pferde, und ich weiß es nicht.›

Aus der Begegnung mit diesem Landstrich schreiben 13 wichtige europäische Schriftsteller Gedichte, die als Unikat an den Orten, von denen sie angeregt wurden, verbleiben und nur dort zu lesen sein werden. Die Dichter sind die eigentlichen Stifter der Poetischen Landschaft, es sind : Amanda Aizpuriete Lettland, ,Gennadij Ajgi (Rußland), Yves Bonnefoy (Frankreich), Inger Christensen (Dänemark), Michael Donhauser (Liechtenstein), Katarina Frostenson (Schweden), Thomas Kling (Deutschland), Michael Hamburger (England), Friederike Mayröcker (Österreich), Cees Nooteboom (Niederlande), Yoko Tawada (Japan), Peter Waterhouse (Österreich), Andrea Zanzotto (Italien).

Ausgangspunkt der Poetischen Landschaft ist die Bibliothek der Landschaft - nicht nur, weil der Besucher hier den Schlüssel zu den Häusern und Kartenmaterial bekommt. Ist die Landschaft ein Archiv der Erinnerung, dann ist das Buch das kulturelle Gedächtnis, die kulturelle Entwicklung ist ein Fortschreiben von Texten im weitesten Sinne, ein Suchen und Entdecken von immer neuen Zusammenhängen. Die Bibliothek der Landschaft wird eine kleine Fachbibliothek sein, die unmittelbar zugänglich ist. Sie wird von den Schriftstellern der Poetischen Landschaft zusammengestellt nach einem Gesichtspunkt - nämlich dem Landschaftsbezug. Für jeden Schriftsteller sind dabei besondere Verbindungen wichtig zu anderen Literaten, zu anderen Epochen und in andere Kulturen und Zungen, in bestimmte Fachgebiete und andere Kunstgattungen. Diese Bücher werden in der Ordnung, wie die Schriftsteller es wünschen, aufgestellt und präsent sein, dazu kommen natürlich ihre eigenen Schriften in der Muttersprache und den Übersetzungen. Ungewöhnliche Nachbarschaften entstehen, neue Fäden sind zwischen den Büchern gespannt, ein textum, ein Geflecht., neue Verknüpfungen von Gesichtspunkten ergeben sich durch die Standorte der Bücher. Jeder einzelne Standort eines Buches kann einen Weg in dieses Gefüge von Bezügen sichtbar machen.

Die Elemente der alten Bibliotheken sind in verwandelter Form aufgegriffen. Die Stoa, die Säulenvorhalle, in der man wandelte, ging und las, die Festhalle, also der eigentliche Lesesaal und Aufbewahrungsort der Schriftrollen und später der Bücher sowie das Auditorium für öffentliche Versammlungen und Feiern. Die Bibliothek gehört wie ein Museum und eine Kirche zu den spirituellen Bauten, das hat man heute im Zuge der Serviceangebote und der allseitigen Verfügbarkeit von Informationen vergessen.

Diese Bibliothek ist ein Gegengewicht zur Zivilisation der Ungeduld, von der John Rifkin, Präsident der Fondation on Economic Trends in Washington kürzlich sagte:

‹Jede neue Technologie, die uns objektiv Zeit gewinnen läßt, beschleunigt unseren Rhythmus und den Fluß der Tätigkeit. Sie verschafft uns mehr Arbeit, anstatt daß sie uns mehr Zeit bescheren würde. So entsteht eine Zivilisation der Ungeduld. Wir sind wenig tolerant und leichter genervt durch die anderen. Studien zeigen, daß die Menschen schon verzweifelt sind, wenn der Computer nicht innerhalb von 3 Sekunden reagiert. Wir verlangen sofortige Belohnung oder wir werden wütend. Die neuen Technologien beruhen auf der Vorstellung der Leistungsfähigkeit, was nicht unbedingt notwendig ist, ist überflüssig. ›

Diese geplante Bibliothek der Landschaft - ebenso das Auditorium für die Veranstaltungen - steht für Zeit - denn Zeit ist ein Wesensmerkmal des Kulturbegriffes und ihrer Kulturwerkzeuge Buch und Bibliothek - Zeit - im Gegensatz zu Geschwindigkeit. Sie steht für Präsenz im Sinne von Gegenwart und Gegenwärtigen- denn Kunst ist die Form der Vergegenwärtigung.

Die Bibliothek der Landschaft ist Ausgangspunkt der Poetischen Landschaft, alle eben benannten Eigenschaften finden sich in der Poetischen Landschaft wieder: Öffentlicher Raum, Gehen, Lesen, Textur mit möglichen Schnittstellen, dazu die Erfahrung von Zeit, Dauer, Strecke und Raum.

Das Gedicht - ein Ort.

Ort ist ein Schnittpunkt von Linien, er versammelt Dinge, die ihm Sinn geben, d.h. ein Ort definiert sich nach den Ereignissen, den Vorfällen und den Dingen. Diese geben ihm einen Namen. Über das Benennen wird der Ort wahrgenommen, gedeutet und kann erkannt / wieder erkannt werden. Orte schließlich lauten und klingen unterschiedlich.

Hier in unserem Projekt ist ein Ort in der Landschaft Ausgangspunkt und Ankunftsort von einem Gedicht. Das Gedicht gibt dem unausgesprochen Anwesenden oder dem Abwesenden einen Ort. Es empfängt und verstärkt . Und es erhält einen sichtbaren Ort: das Gebäude : ein neuer öffentlicher Raum für den intimen privaten Blick - den das Gedicht gewährt - der zugleich ein Schutzraum für die bedrohte Gattung Gedicht sowie für die bedrohte Kulturlandschaft ist.

Der Landschaft zuhören, ihre historischen Spuren, Materialisationen in den Dingen wie in der Sprache verfolgen, neu kombinieren, potenzieren; die Landschaft lesen und eine zweite, sprachliche jetzt, aus ihr hervorarbeiten; Orte in der Landschaft zu Orten ästhetischer Reflexion werden lassen - das vor allem wollen auch die Dichter der Poetischen Landschaft. Die Erde ein Sänger - Jeder von ihnen findet in der Landschaft einen Ort, der auf die eine oder andere Weise für ihn von Bedeutung ist. "Es gibt Orte, wo mir scheint: hier hätte etwas mit mir geschehen können", schrieb Amanda Aizpuriete nach dem Besuch der Landschaft, "und bisweilen ist ein Gedicht das, was hätte geschehen können." Für Gennadij Ajgi ist der Ort des Gedichtes in der Landschaft "der Ort, wo eine Begegnung meines Ortes mit dem wortlosen Sprechen der Landschaft stattfindet", und Inger Christensen erzählt davon, "wie man eine Landschaft wiederfindet, wo man niemals früher war". Mit Augen, denen die Ostsee vor Lettland, die russische Steppe oder die dänischen Inseln vertraut sind, wird hier ein ganz neuer Blick auf eine fremde Landschaft geworfen. Plötzlich wird etwas in ihr sichtbar, was bisher unter den Sehgewohnheiten verborgen lag. Was unnütz schien, wurde im Laufe der Jahre vergessen, man sah es nicht mehr; doch auch der tägliche Umgang mit den Dingen kann sie unsichtbar machen, allzuleicht verschwinden sie aus der Aufmerksamkeit und sind nur noch erkennbar als Mittel zu alltäglichem Zweck. Als "Ausgangspunkt und Ankunftsort von Gedichten", schreibt Michael Donhauser, werde dagegen die Poetische Landschaft "noch einmal zur versprochenen", im wörtlichen Sinne zu einer Landschaft in der Sprache also, doch auch zum Gegenstand eines Versprechens - hier wird eine neue Landschaft zu finden sein, die so zuvor nicht gesehen wurde, eine unbekannte Gegend inmitten scheinbar vertrauter Umgebung.

Um in einen Dialog mit der Natur zu treten, kommt Kunst eine Schlüsselrolle zu. Zu allen Zeiten sind Landschaften Gegenstand der Dichtung gewesen. In der Natur fand man die Bilder, die es für das eigene Innere nicht gab, die Stimmungen, Gefühle, Ahnungen kamen erst in den Benennungen der Außenwelt zu Wort. Erst hier, im Freien, gab es düster bedrohliche Wolken oder hellen Sonnenschein, gab es dunkle Wälder und weite Felder, Sonnenaufgänge, Mondschein oder dichten Nebel überm Moor. Die Tages- und Jahreszeiten, die Tier- und Pflanzenwelt, der Gebirgsbach, die Lichtung, aber auch die Verkehrswege, die Felder und Wiesen, Gärten und Teiche, die Häuser schließlich - all das bezeichnete in der Poesie eine zweite Welt, in der Verborgenes zum Ausdruck kommen konnte. Zugleich, und das erzählt von einer einstigen Macht des dichterischen Wortes, wie sie heute kaum mehr gesehen wird, verwandelte sich mit der Rede über sie auch die Landschaft selbst, war die Wahrnehmung dessen, was schön oder häßlich, vertraut oder fremd, bedeutsam oder gleichgültig sein sollte, zutiefst von der Sprache der Dichter geprägt. Literatur, Lyrik insbesondere kann von solcher Intensität und Schönheit sein, wie sie das Leben selbst nicht hat, sagt W.G. Sebald. Nobelpreisträger Seamus Heaney:"Die richtigstellende Wirkung der Poesie rührt daher, daß sie eine erschaute Alternative darstellt, die Offenbarung eines Potentials, das von den Verhältnissen geleugnet oder ständig bedroht wird."

"Im glücklichen Zustand sagt die Sprache: Schau! Oder: Landschaft, oder: Begegne dir." So beschreibt Peter Waterhouse den versprachlichten Blick der Gegenwart, einen Blick, der neben der Landschaft immer zugleich sich selbst im Auge hat.

"Landschaft ist immer in der Weise interessant, wie sie ist", sagt die schwedische Dichterin Katarina Frostenson über ihre Beteiligung an der Poetischen Landschaft. Doch gehe es ihr nicht darum, die Landschaft zu beschreiben, sondern etwas aus der Begegnung mit der Landschaft zu schaffen, aus der Begegnung zwischen der Landschaft und der Imagination. "Der Landschaft wird etwas hinzugefügt. Es entsteht ein neuer Raum, in dem Poesie existieren kann." Der renommierte Schweizer Architekt Peter Zumthor, bekannt unter anderem durch seinen Bau des Kunsthauses von Bregenz und neben der Gestaltung der Poetischen Landschaft beauftragt mit dem Bau des Diözesanmuseums in Köln, dem Schweizer Pavillon zur Expo 2000 in Hannover und der Gedenkstätte Topographie des Terrors in Berlin, baut in der Poetischen Landschaft an den von den Dichtern bestimmten Orten für jedes der Gedichte ein eigenes Haus, in dem es auf optimale Weise zu lesen sein wird. Mit den Häusern für die Gedichte entsteht in einer bäuerlich geprägten Kulturlandschaft etwas Urban-Künstliches, die Poetische Landschaft bildet ein Buch, das von seinem Leser durchwandert werden kann. Die Landschaft wird bereichert.

Die Wege durch das Land von Ort zu Ort in der Poetischen Landschaft.

In der Literatur, der westlichen wie der östlichen, gibt es unzählige Beispiele, in denen Gehen als die angemessene Geschwindigkeit genannt wird, die umgebenden Dinge und ihre Veränderung wahrzunehmen. In denen der Weg, das Unterwegssein - Metapher, Gleichnis und Umstand, Tat zugleich ist. Denken Sie an den großen japanischen Haiku-Dichter Basho, der sich in der Kunst des Unterwegssein übt, die Fußwanderung als Teil des Weges, Gleichnis und höchste Vergegenwärtigung. Oder der Anfang von W.G. Sebalds englischer Wallfahrt: Ringe des Saturn: ‹Im August 1992, als die Hundstage ihrem Ende zugingen, machte ich mich auf eine Fußreise durch die ostenglische Grafschaft Suffolk in der Hoffnung, der nach dem Abschluß einer größeren Arbeit in mir ausbreitenden Leere entkommen zu können. Diese Hoffnung erfüllte sich auch bis zu einem gewissen Grad, denn selten habe ich mich so ungebunden gefühlt wie damals bei dem stunden- und tagelangen Dahinwandern durch die teilweise nur spärlich besiedelten Landstriche hinter dem Ufer des Meeres.› Die vielen Texte, in denen ein Zusammenhang zwischen Gehen - Wahrnehmen und Erkennen, also zwischen Gehen und Denken, auch Klären, gesehen wird. Bewegung im Kopf setzt Bewegung der Füße voraus. In der Erzählung "Gehen" von Thomas Bernhard heißt es: ‹Gehen und Denken stehen in einem ununterbrochenen Vertrauensverhältnis zueinander›. Diese Zusammenhänge sind nicht nur behauptete, sondern auch wissenschaftlich und erkenntnisphilosophisch bewiesene - gehen wir nur ein schwieriges Problem durch.

Ein Weg ist eine Strecke von einem Ort zum anderen.. Ein Zwischenraum, ein Dazwischen, ein Spatium., Spaziergang. Ein Weg hat seine Dauer. Die Besucher der Poetischen Landschaft finden keine markierten Wege vor, sie müssen selbst für sich einen Weg wählen, den Feldweg, die Landstraße, den Pfad. Ebenso gibt es keine markierte Route, keinen vorgefertigten Rundwanderweg. Wie der Weg verläuft, entscheidet jeder Besucher für sich. Und dadurch bildet er neue Nachbarschaften zwischen den Gedicht-Orten und zwischen den Gedichten. Findet für sich einen Zugang zu der Textur - dem Geflecht der Bezüge in der Landschaft und dem Gefüge der Gedichte zueinander.

Die Art und Weise, in der sich der Mensch auf die Wesen, Dinge, Vorgänge um sich hreum bezieht, bestimmt selbst die Formen des Denkens durch Erweiterung oder durch Konditionierung. Kunst und Poesie ermöglichen eine tiefere, andere Wahrnehmung der Dinge. 4 Arten durch den Wald zu gehen Die Idee der Poetischen Landschaft wird durch die Gebäude von Peter Zumthor vollendet. Auf der Landstraße gehend, sieht der Besucher in der Ferne auf einer Anhöhe, am Fuße eines Hügels, auf einem Feld, an einem Waldrand oder in der Nähe eines kleinen Tümpel eines der Häuser der Poetischen Landschaft. Ein Gedicht hat hier eine Behausung erhalten, an dem Ort, von dem es ausging. Innerhalb der Landschaftsabschnitte, die von den Dichtern bestimmt worden waren, wurden vom Architekten die genauen Standorte für die Häuser gefunden. Es komme ihm vor, schreibt Zumthor, "als hätten die Häuser ihren Standort in der Landschaft wie von selbst gefunden. Denn das Suchen der Standorte glich dem Aufspüren des Zentrums eines Kraftfeldes", "eines Energiepunktes, der zu strahlen vermag, weil er etwas zum Strahlen bringt, was vorher schon da war." Die Häuser für die Gedichte stellt sich Zumthor vor als "klar geschnittene, geometrisch geformte Baukörper von hoher Künstlichkeit; fein ornamentierte Volumen aus Licht und Schatten, jedes mit seiner eigenen Farbe und Form, monochrom leuchtend, gebaut mit besonderen Steinen; die Steine, hergestellt aus zusammengepreßten Farbpigmenten, wie ein Gewebe zur lichtdurchlässigen Wandtextur gefügt." Die Farbigkeit und Geometrie der Gebäude läßt die Natürlichkeit, die gewachsenen Strukturen der Umgebung im Kontrast um so deutlicher hervortreten - statt kitschiger Landschaftsimitation wird so das Besondere des jeweiligen Ortes erhalten, eine neue Aufmerksamkeit des Spaziergängers geweckt. Der Besucher, der das Gebäude betritt, gelangt in einen optisch geschlossenen, atmosphärisch aber zur Umgebung hin offenen Raum. Die Landschaft ist von hier aus nicht zu sehen, aber Licht, Geräusche, Temperatur, Feuchtigkeit, Gerüche dringen durch die feinmaschigen Hohlwände in den Innenraum ein. Der Ort des Gedichtes in der Landschaft ist so anwesend und abwesend zugleich, das Haus, in dem der Besucher nichts anderes vorfinden wird als das Gedicht, schafft dem Lesen eine konzentrierte Atmosphäre, ohne die landschaftliche Umgebung davon auszuschließen. "Ein neuer Raum, in dem Poesie existieren kann": Es ist etwas ganz anderes, ob ein Gedicht in einem Buch gelesen wird, eines unter vielen Gedichten, stets vom Umblättern bedroht, vom Klingeln des Telefons, vom Lärm der Straße, oder ob es ein eigenes Haus erhält an "seinem" Ort, dem Ort, aus dessen Begegnung heraus es entstanden ist.

Wenn die Kunst etwas lehrt (...) so gerade dies, das jede menschliche Existenz privat ist. Als älteste und unmittelbare Form des Privatunternehmertums fördert sie im Menschen willkürlich oder unwillkürlich die Empfindung der Individualität, Einzigartigkeit, Besonderheit und verwandelt ihn aus einem Gesellschaftstier in eine Persönlichkeit.› (Joseph Brodksy in seiner Nobelpreisrede von 1987)

Die Poetische Landschaft ist ein Versuch, im Sinne von Ernst Bloch einen konkreten Ort für Gegenwart und Gegenwärtigkeit zu entwickeln als Gegenbild zum sich ausbreitenden Nirgendland. Die utopische Kunst des Ortes, an dem Gegenwart gelebt werden kann, in und an dem Anschauung und Wahrnehmung zu Erkenntnis führen kann.


Dr. Brigitte Labs-Ehlert
Leipzig, 24.3.2000

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