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PETER ZUMTHOR

Peter Zumthor wurde 1943 in Basel geboren, 1958 Berufslehre, Ausbildung als Möbelschreiner, 1963 Kunstgewerbeschule Basel, Ausbildung als Gestalter, 1966 Pratt Institute, New York, Gaststudent Architektur und Design, 1968 Architekt Kantonale Denkmalpflege Graubünden, 1978 Lehrauftrag Universität Zürich, 1979 Eigenes Architekturbüro in Haldenstein, Graubünden, 1988 Gastprofessor am SCI-ARC Southern California Institute of Architecture, Santa Monica, Los Angeles, 1989 Gastprofessor Technische Universität München, 1992 Davis Critic, Tulane University, New Orleans, 1994 Mitglied der Akademie der Künste Berlin, 1996 Ehrenmitglied des Bundes Deutscher Architekten, 1996 Professor an der Accademia di architettura, Università della Svizzera Italiana, Mendrisio.

Peter Zumthor hat mit seinen Bauten und Entwürfen der letzten Zeit große internationale Anerkennung erhalten: Die FELSENTHERME IN VALS/GRAUBÜNDEN ist, obwohl sie erst zwei Jahre alt ist, wegen ihrer Einmaligkeit unter Denkmalschutz gestellt worden. Das KUNSTHAUS BREGENZ ist einer der faszinierendsten Museumsbauten der letzten Jahre. Das DOKUMENTATIONSZENTRUM TOPOGRAPHIE DES TERRORS Berlin will Peter Zumthor aus 47 Kilometern weißen Betonstäben "und Licht!" flechten.

Seit den achtziger Jahren stellt Zumthors Werk eine stille und autonome Instanz innerhalb des internationalen Architekturschaffens dar. Die Handwerklichkeit Zumthor's Bauten, ihre körperhafte Präsenz ebenso wie ihre Schlichtheit und Empfindsamkeit für Materialien beeindrucken nachhaltig. Allen Projekten geht immer ein geduldiges Suchen nach der grundlegenden Komposition vorweg. Bilder möglicher Strukturen geben erste Aufschlüsse für den Entwurf und lassen gleichzeitig eine meditative, aus sich selber geschaffene ‹Welt der Präfigurationen› entstehen. In den vergangenen acht Jahren sind Bauwerke aus der Hand von Peter Zumthor entstanden, die eine Würde und Ruhe ausstrahlen und gleichzeitig vorbildhafte, erratische Blöcke innerhalb der zeitgenössischen Architektur darstellen. Angesichts dieser unverrückbaren Gültigkeit und Präsenz erinnere ich mich an Plutarchs Lob der perikleischen Bauten auf der Akropolis: «In kurzer Zeit wurden sie geschaffen für ewige Zeit. Ihre Schönheit gab ihnen sogleich die Würde des Alters, ihre lebendige Kraft schenkt ihnen bis auf den heutigen Tag den Reiz der Neuheit und Frische. So liegt ein Hauch immerwährender Jugend über diesen Werken, die Zeit geht vorüber, ohne ihnen etwas anzuhaben.» (Heinz Wirz · Edition Architekturgalerie Luzern)

Für die Expo 2000 baut der Architekt den "KLANGKÖRPER SCHWEIZ", den Schweizer Nationenpavillon, für den er jetzt den Preis des Unternehmens der Holzwirtschaft Hiag Holding AG erhalten hat. Zumthors Architektur gebe "neue Impulse für die Verwertung von Holz". Sein preisgekrönter Entwurf für das neue DIÖZESANMUSEUM IN KÖLN St. Kolumba wird realisiert. Sein baumeisterlicher Stil, der Umgang mit den Materialien, der Einsatz von Licht und Schatten, die Berücksichtigung und Einbeziehung der Umgebung sowie insbesondere die architektonische Umsetzung einer inhaltlichen Konzeption überzeugen bei allen diesen Bauwerken.

Der Zimmermannssohn aus Graubünden hat nach seiner Ausbildung als Möbeltischler und einem Architekturstudium zehn Jahre in der schweizerischen Denkmalpflege gearbeitet, bevor er vor 20 Jahren den Entschluß faßte: "Von jetzt an mache ich Architektur", inzwischen lehrt er außerdem an der Harvard-Universität und in Mendrisio. Eigenwillig wie der Werdegang ist Zumthors Architektur. "Sie versagt sich strikt den zeitgenössischen 'Stilen'. Zumthors Architektur ist zeitlos, gegenzeitlich, fast naturhaft", urteilt DIE WELT. "Es ist die Entdeckung der Tiefe mitten in einer Zeit, die man das Zeitalter der Oberflächen, der Bild-schirme, der Simulationen genannt hat. Zumthors Gegenwelt entfaltet ihre Magie aus der unumstößlichen Echtheit und Wahrheit des Essentiellen. Ihr Kenntwort ist: Innewerden!" Im vergangenen Jahr erhielt Peter Zumthor den "Nobelpreis" der Architektur, den mit 400.000 DM dotierten Carlsberg-Preis für ein Werk, dessen "Schlüsselelement", so die Juroren, das Licht ist. Anfang März 1999 ist ihm der wichtigste europäische Architekturpreis, der Mies van der Rohe-Preis zuerkannt worden, der von der Europäischen Kommission, dem Europaparlament und der Mies van der Rohe-Stiftung alle zwei Jahre vergeben wird. Für die Poetische Landschaft hat der Schweizer Architekt Häuser für die Gedichte entworfen, die Licht- und Farbräume sind, Bauten, die ohne technische Mittel zum Leuchten gebracht werden durch das einzigartige Steinmaterial und die Helligkeit des Tageslichtes.

Wichtige Bauten:
Zumthors wichtige Bauten und Projekte der letzten Jahre sind:
1983 Schulanlage Churwalden, Graubünden,
1983 Doppelwohnhaus Räth, Haldenstein, Graubünden,
1986 Schutzbauten über römischen Funden, Chur,
1986 Atelier Zumthor, Haldenstein, Graubünden,
1989 Kapelle Sogn Benedetg, Sumvitg, Graubünden,
1990 Kunstmuseum Chur (in Zusammenarbeit mit P. Calonder, H. J. Ruch),
1993 Wohnheim für Betagte, Masans, Chur,
1994 Haus Gugalun, Versam, Graubünden,
1996 Wohnsiedlung Spittelhof, Biel-Benken, Baselland,
1996 Thermalbad Vals, Graubünden,
1997 Kunsthaus Bregenz, Vorarlberger Landesgalerie, Bregenz, Österreich,
1997 Internationales Ausstellungs- und Dokumentationszentrum ‹Topographie des Terrors›, Berlin, Deutschland (in Ausführung), 1997 ‹St. Kolumba›, Erzbischöfliches Diözesanmuseum Köln, Deutschland (in Planung),
1997 Schweizer Pavillon für die Weltausstellung Expo 2000 in Hannover.

Auszeichnungen:
1987 Auszeichnung guter Bauten Kanton Graubünden für Haus Räth, Haldenstein; Schutzbauten über römischen Funden, Chur, Ateliergebäude, Haldenstein,
1989 Verleihung Heinrich Tessenow Medaille, TU Hannover,
1991 ‹Glulam›, Europäischer Holzleimbaupreis für Kapelle Sogn Benedetg, Sumvitg,
1992 Internationaler Architekturpreis ‹Neues Bauen in den Alpen›, Sexten-Kultur, Südtirol, für Kapelle Sogn Benedetg, Sumvitg,
1993 Auszeichnung ‹Bester Bau 1993›, Schweizer Fernsehen, ‹10 vor 10›, für Wohnheim für Betagte, Masams, Chur,
1994 Auszeichnung guter Bauten Kanton Graubünden für Haus Gugalun, Versam, Kapelle Sogn Benedetg, Sumvitg, Wohnheim für Betagte, Masans, Chur,
1995 ‹International Prize for Stone Architecture›, Fiera di Verona, Italien, für Wohnheim für Betagte, Masans, Chur,
1995 Internationaler Architekturpreis für Neues Bauen in den Alpen, Sexten-Kultur, Südtirol, für Wohnhaus für Betagte Chur, Graubünden, Schweiz und Haus Gugalun, Versam, Graubünden, Schweiz,
1996 Erich Schelling Preis für Architektur.

Eigene Schriften:
‹Der harte Kern der Schönheit›, in: du, 5. 1992;
‹Eine Anschauung der Dinge. Über die Sprache der Architektur›, Haldenstein 1992;
‹Kunsthaus Bregenz - Versuch, einen noch nicht abgeschlossenen Entwurf zu denken›, in: Kunst im Bau , Bundeskunst- und Ausstellungshalle Bonn, Göttingen 1994;
‹Von den Leidenschaften zu den Dingen›, in: Architektur Aktuell, 178, Wien 1995;
‹Geradlinig›, in: Bauwelt 86, Nr. 31 1995;
‹Stabwerk, Internationales Besucher- und Dokumentationszentrum 'Topographie des Terrors', Berlin, Ausstellungskatalog Aedes Galerie und Architekturforum Berlin, 1995/96, Berlin: Aedes, 1995;
‹Centro internazionale di documentazione 'Topographie des Terrors'›, Berlino, in: Casabella 60, 1996;
‹Exhibition and Information Centre 'Topography of Terror'› in: La Biennale di Venezia, 6th international architecture exhibition, Katalog zur Ausstellung, La Biennale di Venezia, Electa 1996;
‹The Body of architecture exhibition›, in: a+ u. Architecture and Urbanism, 316, 1997.

Ausstellungen:
1988 Luzern, Architekturgalerie,
1989 Graz, Linz, Innsbruck, Bozen,
1990 Lausanne, ETH,
1991 Biel (Gruppenausstellung ‹Tabula Rasa›, 25 Künstler im Stadtraum von Biel),
1994 Austin Texas, University of Austin (Gruppenausstellung ‹Construction Intention Detail›),
1994 Budapest,
1995 New York, Museum of Modern Art (Gruppenausstellung ‹Light Construction›),
1995 Berlin, Galerie Aedes West,
1996 London, Architectural Association School,
1996 Ljubljana, Galerie Dessa,
1996 Augsburg, Architekturmuseum Schwaben,
1996 Venedig, La Biennale, VI Internationale Architekturausstellung (Gruppenausstellung ‹Emerging Voices›),
1996 Zürich, Architektur Forum,
1997 Luzern, Architekturgalerie.

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